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vivinox® DAY Beruhigungsdragees
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Vivinox® DAY Beruhigungsdragees Beruhigt und löst innere Anspannungen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sind ein bewährtes Arzneimittel für Menschen, die innere Anspannung und nervös bedingte Einschlafstörungen auf sanfte Weise beheben wollen. Die Kombination pflanzlicher Wirkstoffe beruhigt natürlich, ohne müde zu machen und eine Abhängigkeit zu verursachen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sind sehr gut verträglich und individuell dosierbar. Rein pflanzliches Arzneimittel bei innerer Unruhe Gut verträglich Lactosefrei Mit Baldrian, Melisse und Passionsblume Wirkt innerlich ausgleichend Sanfte Hilfe bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen Die Kombination rein pflanzlicher Wirkstoffe ist optimal aufeinan- der abgestimmt. Baldrianwurzel wirkt beruhigend, löst Ängste und ist aufgrund seiner schlaffördern- den Eigenschaften ein seit langer Zeit bewährter Wirkstoff. Verstärkt werden die traditionell heilsamen Eigenschaften durch die angst- und krampflösenden Substanzen der Passionsblume und die ätheri- schen Öle der Melisse zur Beruhigung überreizter Nerven. Einnahmeempfehlungen: Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, z.B. einem großen Glas Wasser, ein. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Zur Behebung von nervös bedingten Einschlafstörungen zwei Dragees einmal täglich ca. 1 Stunde vor dem Schlafengehen einnehmen (Erwachsene und Kinder über 12 Jahre) Zur Behandlung von Unruhezuständen drei mal täglich 2 überzogene Tabletten einnehmen Die Einnahme von Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sollte ohne ärztliche Aufsicht nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen und keinesfalls zwei Wochen überschreiten Nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet Stress Konkurrenzdruck, Überforderung im Beruf und die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren können schnell ei- nen Zustand starker innerer Anspannung hervorrufen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees lösen Ängste und nervöse Unruhe auf natürliche Weise und bringen Aus- geglichenheit und mentale Stärke zurück. Prüfungsangst Bevorstehende Examina oder wichtige berufliche Termine verursachen bei manchen Menschen Versa- gensängste und Lampenfieber, die mit steigender Ner- vosität und Einschlafstörungen einhergehen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees durchbrechen den Kreislauf und besänftigen überreizte Nerven mit Pflanzenkraft. Sorgen & Probleme Soziale Konflikte, ungelöste Probleme und Zukunfts- ängste verursachen enormen persönlichen Druck und lassen nachts endlos die Gedanken kreisen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sind sehr gut verträglich und lassen Körper und Geist schnell wieder zur notwendi- gen Ruhe und Belastbarkeit kommen. Häufig gestellte Fragen & Antworten Was passiert, wenn ich eine zu hohe Dosis genommen habe? Wenn Sie versehentlich einmal das Doppelte oder Dreifache der vorgesehenen Dosierung (entspricht 4-6 Tabletten) dieses Arzneimittels eingenommen haben, so hat dies in der Regel keine nachteiligen Folgen. Setzen Sie in diesem Fall die Einnahme so fort, wie es in der Dosierungsanleitung beschrieben ist oder von Ihrem Arzt verordnet wurde. Falls Sie dieses Arzneimittel erheblich überdosiert haben, sollten Sie Rücksprache mit einem Arzt nehmen. Wie ist Vivinox® Day Beruhigungsdragees aufzubewahren? Bewahren Sie dieses Arzneimittel für Kinder unzugänglich auf. Sie dürfen dieses Arzneimittel nach dem auf dem Umkarton bzw. Behältnis angegebenen Verfalldatum nicht mehr verwenden. Das Verfalldatum bezieht sich auf den letzten Tag des angegebenen Monats. Ist meine Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen bei Einnahme eingeschränkt? Vivinox® Day Beruhigungsdragees kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol. Daher sollten das Führen von Fahrzeugen, das Bedienen von Maschinen oder sonstige gefahrvolle Tätigkeiten ganz unterbleiben. Pflichttext: Vivinox® Day Beruhigungsdragees Baldrian + Melisse + Passionsblume Anwendungsgebiete: Unruhezustände, nervös bedingte Einschlafstörungen. Warnhinweise: Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren. Enthält u. a. Glucose und Sucrose (Zucker). Packungsbeilage beachten. Apothekenpflichtig. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungs- beilageundfragenSieihrenArztoderApotheker. Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH, Brunsbütteler Damm 165-173, 13581 Berlin (Stand: September 2017)

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Stand: 10.08.2020
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Vivinox Day Beruhigungsdragees 40 Stück
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PZN: 01126884 Vivinox Day Beruhigungsdragees 40 Stück Beruhigt und löst innere Anspannungen Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sind ein bewährtes Arzneimittel für Menschen, die innere Anspannung und nervös bedingte Einschlafstörungen auf sanfte Weise beheben wollen. Die Kombination pflanzlicher Wirkstoffe beruhigt natürlich, ohne müde zu machen und eine Abhängigkeit zu verursachen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sind sehr gut verträglich und individuell dosierbar. Sanfte Hilfe bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen Die Kombination rein pflanzlicher Wirkstoffe ist optimal aufeinander abgestimmt. Baldrianwurzel wirkt beruhigend, löst Ängste und ist aufgrund seiner schlaffördernden Eigenschaften ein seit langer Zeit bewährter Wirkstoff. Verstärkt werden die traditionell heilsamen Eigenschaften durch die angst- und krampflösenden Substanzen der Passionsblume und die ätherischen Öle der Melisse zur Beruhigung überreizter Nerven. Dosierung Zur Behebung von nervös bedingten Einschlafstörungen zwei Dragees einmal täglich ca. 1 Stunde vor dem Schalfengehen einnehmen (Erwachsene und Kinder über 12 Jahre). Zur Behandlung von Unruhezuständen drei mal täglich 2 überzogene Tabletten einnehmen. Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, z.B. einem großen Glas Wasser, ein. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Die Einnahme von Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sollte ohne ärztliche Aufsicht nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen und keinesfalls zwei Wochen überschreiten. Nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet Stress Konkurrenzdruck, Überforderung im Beruf und die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren können schnell einen Zustand starker innerer Anspannung hervorrufen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees lösen Ängste und nervöse Unruhe auf natürliche Weise und bringen Ausgeglichenheit und mentale Stärke zurück. Prüfungsangst Bevorstehende Examina oder wichtige berufliche Termine verursachen bei manchen Menschen Versagensängste und Lampenfieber, die mit steigender Nervosität und Einschlafstörungen einhergehen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees durchbrechen den Kreislauf und besänftigen überreizte Nerven mit Pflanzenkraft. Sorgen & Probleme Soziale Konflikte, ungelöste Probleme und Zukunftsängste verursachen enormen persönlichen Druck und lassen nachts endlos die Gedanken kreisen. Vivinox® DAY Beruhigungsdragees sind sehr gut verträglich und lassen Körper und Geist schnell wieder zur notwendigen Ruhe und Belastbarkeit kommen.

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Stand: 10.08.2020
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Vivinox Nervenruhe Beruhigungsdragees 100 Stück
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PZN: 16388259 Vivinox Nervenruhe Beruhigungsdragees 100 Stück Beruhigt und löst innere Anspannungen Vivinox® Nervenruhe Beruhigungsdragees sind ein bewährtes Arzneimittel für Menschen, die innere Anspannung und nervös bedingte Einschlafstörungen auf sanfte Weise beheben wollen. Die Kombination pflanzlicher Wirkstoffe beruhigt natürlich, ohne müde zu machen und eine Abhängigkeit zu verursachen. Vivinox® Nervenruhe Beruhigungsdragees sind sehr gut verträglich und individuell dosierbar. Sanfte Hilfe bei nervöser Unruhe und Einschlafstörungen Die Kombination rein pflanzlicher Wirkstoffe ist optimal aufeinander abgestimmt. Baldrianwurzel wirkt beruhigend, löst Ängste und ist aufgrund seiner schlaffördernden Eigenschaften ein seit langer Zeit bewährter Wirkstoff. Verstärkt werden die traditionell heilsamen Eigenschaften durch die angst- und krampflösenden Substanzen der Passionsblume und die ätherischen Öle der Melisse zur Beruhigung überreizter Nerven. Dosierung Zur Behebung von nervös bedingten Einschlafstörungen zwei Dragees einmal täglich ca. 1 Stunde vor dem Schalfengehen einnehmen (Erwachsene und Kinder über 12 Jahre). Zur Behandlung von Unruhezuständen drei mal täglich 2 überzogene Tabletten einnehmen. Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, z.B. einem großen Glas Wasser, ein. Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen. Die Einnahme von Vivinox® Nervenruhe Beruhigungsdragees sollte ohne ärztliche Aufsicht nur über einen kurzen Zeitraum erfolgen und keinesfalls zwei Wochen überschreiten. Nur für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren geeignet Stress Konkurrenzdruck, Überforderung im Beruf und die Angst den Arbeitsplatz zu verlieren können schnell einen Zustand starker innerer Anspannung hervorrufen. Vivinox® Nervenruhe Beruhigungsdragees lösen Ängste und nervöse Unruhe auf natürliche Weise und bringen Ausgeglichenheit und mentale Stärke zurück. Prüfungsangst Bevorstehende Examina oder wichtige berufliche Termine verursachen bei manchen Menschen Versagensängste und Lampenfieber, die mit steigender Nervosität und Einschlafstörungen einhergehen. Vivinox® Nervenruhe Beruhigungsdragees durchbrechen den Kreislauf und besänftigen überreizte Nerven mit Pflanzenkraft. Sorgen & Probleme Soziale Konflikte, ungelöste Probleme und Zukunftsängste verursachen enormen persönlichen Druck und lassen nachts endlos die Gedanken kreisen. Vivinox® Nervenruhe Beruhigungsdragees sind sehr gut verträglich und lassen Körper und eist Geist schnell wieder zur notwendigen Ruhe und Belastbarkeit kommen.

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Weidlich-Kolnhofer:Das große Buch der S
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Erscheinungsdatum: 11.10.2019, Medium: Buch, Einband: Gebunden, Titel: Das große Buch der Selbstliebe, Titelzusatz: Ängste überwinden und innere Blockaden lösen: Schritt für Schritt zu mehr Selbstvertrauen + inklusive Praxistipps zum Selbstbewusstsein stärken, Autor: Monika, Weidlich-Kolnhofer, Verlag: Cherry Media GmbH, Sprache: Deutsch, Schlagworte: Entwicklungspsychologie // Psychologie // Entwicklung // Gesundheitspsychologie // Erzählerische Themen: Liebe und Beziehungen // Positive Psychologie // Ratgeber // Sachbuch: Psychologie // Schule und Lernen: Psychologie // Kinder // Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Daten // Beziehungen und Liebe, Rubrik: Ratgeber // Sonstiges, Seiten: 213, Gewicht: 500 gr, Verkäufer: averdo

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Weidlich-Kolnhofer:Das große Buch der S
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Erscheinungsdatum: 11.10.2019, Medium: Taschenbuch, Einband: Kartoniert / Broschiert, Titel: Das große Buch der Selbstliebe, Titelzusatz: Ängste überwinden und innere Blockaden lösen: Schritt für Schritt zu mehr Selbstvertrauen + inklusive Praxistipps zum Selbstbewusstsein stärken, Autor: Monika, Weidlich-Kolnhofer, Verlag: Cherry Media GmbH, Sprache: Deutsch, Schlagworte: Entwicklungspsychologie // Psychologie // Entwicklung // Gesundheitspsychologie // Erzählerische Themen: Liebe und Beziehungen // Positive Psychologie // Ratgeber // Sachbuch: Psychologie // Schule und Lernen: Psychologie // Kinder // Jugendliche: Persönliche und soziale Themen: Daten // Beziehungen und Liebe, Rubrik: Ratgeber // Sonstiges, Seiten: 275, Gewicht: 372 gr, Verkäufer: averdo

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Kriminalität innere Sicherheit und soziale Unsi...
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Kriminalität innere Sicherheit und soziale Unsicherheit ab 4.99 € als pdf eBook: Sicherheitsdiskurse als Bearbeitung gesellschaftsstrukturell bedingter Ängste. Aus dem Bereich: eBooks, Fachthemen & Wissenschaft, Sozialwissenschaften,

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Kriminalität innere Sicherheit und soziale Unsi...
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Kriminalität innere Sicherheit und soziale Unsicherheit ab 4.99 EURO Sicherheitsdiskurse als Bearbeitung gesellschaftsstrukturell bedingter Ängste

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Ist es Freude, ist es Schmerz?
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VORWORT DES HERAUSGEBERSIm März 1887 überlegte Friedrich Nietzsche: „ein sorgfältiges Verzeichnis der deutschen Gelehrten, Künstler, Schriftsteller, Schauspieler, Virtuosen von ganz- oder halbjüdischer Abkunft herzustellen: das gäbe einen guten Beitrag zur Geschichte der deutschen Kultur…“ (Aus: Nietzsche, Friedrich: Sämtliche Briefe, S.48)In 305 Porträts, von Abeles bis Zwillinger, stelle ich Gedichte in deutscher Sprache von Autorinnen und Autoren mit jüdischen Wurzeln vor, um die Vielfalt deutsch-jüdischer Lyrik aufzuzeigen und deren Bedeutung innerhalb der gesamten deutschen Lyrik erkennbar werden zu lassen. Dabei wird auch der Wandel in Ausdruck, Form und Sprache der Poesie über mehr als zwei Jahrhunderte hinweg deutlich.Ein jüdisches Schrifttum in deutscher Sprache begann mit Moses Mendelssohn, der die jiddische Sprache ablehnte und seinen Glaubensgenossen durch seine Bibelübersetzung die deutsche Sprache empfahl, sodass sie bald von vielen bevorzugt wurde. Seither gibt es eine sehr umfangreiche, breit gefächerte Literatur jüdischer Autorinnen und Autoren in deutscher Sprache, die auch tief in die östlichen Länder Europas reicht. Stefan Zweig stellt dazu fest: „Gerade in Österreich konnte man unwidersprechlich gewahren, daß in all jenen Randgebieten, wo der Bestand der deutschen Sprache bedroht war, die Pflege der deutschen Kultur einzig und allein von Juden aufrechterhalten wurde.“ (Aus: Stefan Zweig: Europäisches Erbe, S. 269)Autorinnen und Autoren, die gemeinhin als Lyriker bekannt sind, werden ebenso vorgestellt wie andere, die man mehr als Erzähler, Dramatiker, Philosophen, Journalisten oder Essayisten kennt. Der jeweiligen Gedichtauswahl habe ich eine je nach Quellenlage längere oder kürzere Lebensbe-schreibung mit einer Übersicht des literarischen Schaffens beigefügt, um die ausgewählten Gedichte vor dem Hintergrund des jeweiligen Gesamtwerks und der Vita besser einschätzen und beurteilen zu können.Dabei wird deutlich, wie sehr die deutschsprachigen Juden – geeint nicht nur durch ihre Religion, sondern auch durch erdrückende Erlebnisse infolge ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung, brutalen Verfolgung und Ermordung – die deutschsprachige Dichtung geprägt haben. Denn in keinem anderen Bereich deutschsprachiger Kulturen haben Juden so viele, tiefe und nicht mehr wegzudenkende Spuren hinterlassen wie in der Literatur. Diesem in der Gegenwartsliteratur lebendigen Erbe kommt eine gleichrangige Bedeutung zu wie der Antike innerhalb der Entwicklung der europäischen Kultur.In den Jahren vor der NS-Zeit, insbesondere in der Weimarer Republik, erlebte das künstlerische und geistige Leben in Deutschland eine kurze Periode von überdurchschnittlichem Niveau, ohne dass sich eine genuin jüdische Literatur ausmachen ließe, obwohl der Anteil der jüdischen Autoren nie bedeutender war als in den Jahren zwischen 1900 und 1933. Was zunächst paradox erscheint, liegt im Grunde auf der Hand: Zu keiner Zeit war die Stellung der jüdischen Autorinnen und Autoren unangefochten. Dennoch sind es deutsch-jüdische Schriftsteller, die im Ausland als deutsche Autoren gelesen und gefeiert wurden und werden. Bei Albert Ehrenstein heißt es dazu: „Der qualitativ und quantitativ hohe Anteil, den das Judentum am deutschen Geistesleben hat, ist leicht erklärt. Ein Volk, dem durch viele Jahrtausende das Wort, die Schrift heilig war, seit zweitausend Jahren in einer politischen Depression lebend, auf die Bibel und deren mystische oder sophistische Kommentare als einzige Geistesquelle zurückgeworfen, vor jedem Studierenden Achtung hegend, wie nur noch die Chinesen – ein solches Volk, durch Neigung, Erziehung und Zwang lange abgedrängt von allen militärischen, politischen Berufen und Staatsstellungen, mußte in der Kunst die fast einzige Möglichkeit erblicken, sich gegen allen Rassenhaß, über Myriaden Hemmnisse und Erschwerungen hinweg, ehrenvoll Geltung zu verschaffen.“ (Aus: Albert Ehrenstein: Vom Deutschen Adel Jüdischer Nation, 1926, zitiert nach: Otten, Karl: Prosa jüdischer Dichter, S. 602)Besondere Merkmale in Stil und Form, die für deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller jüdischer Herkunft bezeichnend wären, lassen sich nicht feststellen. Lion Feuchtwanger, der in seinen Werken jüdisch-deutsches Leben thematisierte, bemerkte dazu: „Ich habe mich oft mit größter Sorgfalt in die Werke deutscher Autoren jüdischer Herkunft vertieft, um irgendein sprachliches Merkmal zu finden, das eindeutig auf ihre jüdische Abkunft hinwiese. Es ist mir trotz emsigsten Studiums nicht geglückt, in irgendeinem Werk der großen deutschen Dichter jüdischer Abstammung, von Mendelssohn bis Schnitzler und Wassermann, von Heine bis Arnold und Stefan Zweig, irgendein solches Merkmal zu entdecken.“ (Aus: Feuchtwanger, Lion: Centum opuscula, S. 489)In seiner erst 1968 publizierten Autobiografie Jugend in Wien zeigt Arthur Schnitzler seine beson-dere Sensibilität für die „Judenfrage“: „Es war nicht möglich, insbesondere für einen Juden, der in der Öffentlichkeit stand, davon abzusehen, daß er Jude war, da die anderen es nicht taten, die Christen nicht und die Juden noch weniger. Man hatte die Wahl, für unempfindlich, zudringlich, frech oder für empfindlich, schüchtern, verfolgungswahnsinnig zu gelten. Und auch wenn man seine innere und äußere Haltung so weit bewahrte, daß man weder das eine noch das andere zeigte, ganz unberührt zu bleiben war unmöglich.“ (Aus: Reich-Ranicki, Marcel: Über Ruhestörer, S. 22)„Im Spannungsfeld von unaufhebbarem Außenseitertum und Selbstverteidigung suchten die Auto¬ren nach einer festen Position zwischen Selbstverwirklichung und Selbstzerfleischung. Ihre Bücher sind davon geprägt: Melancholie bei Joseph Roth, Einsamkeit bei Kafka, Aggressivität bei Tucholsky. Andere wenden sich wie aus Trotz nachdrücklich jüdischen Themen zu, wie Max Brod oder Lion Feuchtwanger.“ (Aus: Schütz, Hans J.: Juden in der deutschen Literatur, S. 22)Für das bürgerliche Judentum ging es nicht nur um den Übertritt zur christlichen Religion, sondern das Assimilationsstreben war Teil der allgemeinen Säkularisierungstendenz geworden. An die Stelle der religiösen Identität, ob jüdisch oder christlich, trat die Identifikation mit der Nation, die ihnen das Gefühl der Zugehörigkeit zur deutschen Kultur vermitteln sollte. Vor dem Hintergrund einer Kette von unzähligen verfolgten Generationen brachten die ruhigen Jahre der Weimarer Republik die Illusion mit sich, die Assimilation werde nun endlich gelingen. Diese Hoffnung vieler deutscher Juden ist verständlich, genauso jedoch auch ihre Erschütterung, als alle Hoffnung durch die Nationalsozialisten mit ungeahnter Brutalität vernichtet wurde.Unter dem Eindruck der „Machtergreifung“ und der nachfolgenden Ereignisse flohen nunmehr Hunderte jüdische Schriftsteller aus ihrem Heimatland und suchten Zuflucht in den Hauptstädten der benachbarten Länder. 1936 verließen etwa 100.000 Juden Deutschland. Mit der Einverleibung Österreichs in das deutsche Machtgefüge erfolgte eine weitere große Exilierungswelle. Besonders Amerika und England waren mit enormen Flüchtlingsströmen konfrontiert. Nach den Novemberpogromen 1938 mit der gleichzeitigen Verhaftung tausender Juden erreichte die dadurch bewirkte Fluchtbewegung der Verfolgten ihren Höhepunkt. Ihrem Ziel, das Reich „judenrein“ zu machen, waren die Nationalsozialisten mit dieser Terroraktion sehr nahe gekommen. Die Schrecken und Ängste der Flucht und des Verfolgtseins waren ständiger Begleiter der nunmehr Heimatlosen. Trotz des Elends und der Verzweiflung versuchten sie, abgetaucht in den unzerstörbaren Fluchtraum der Literatur, weiter zu schreiben und zu dichten, egal, an welche oft unmenschlichen Orte sie vertrieben oder verschleppt worden waren.Mit Kriegsbeginn setzte aus den bisherigen Exilländern eine neue Fluchtbewegung in Richtung der Vereinigten Staaten von Amerika ein. Ein weiterer Zufluchtsort war die Schweiz, an deren Grenze jedoch zwischen 1939 und 1945 etwa 25.000 um Asyl bittende Juden zurückgewiesen wurden. Auch Schweden öffnete vielen Flüchtlingen seine Grenzen. Außerdem bewegte sich ein weiterer Flüchtlingsstrom in das damalige Palästina, wo unter besonderen Bedingungen eine jüdisch-deutsche Literatur fortgeschrieben wurde. Die meisten der Geflohenen traten daraufhin, unter vollständig veränderten Bedingungen, in eine intensive Beschäftigung mit ihrer Herkunft ein und bekannten sich mehrheitlich zum Judentum. In der Literatur zeigte die betonte Hinwendung vieler Schriftsteller zu jüdischen Themen den Beginn einer Reaktion in einer erstaunlichen Breite. Verzweiflung, Ungewissheit und Fremdsein lösten sich langsam, und es konstituierte sich schon in den ersten Jahren der Emigration eine deutsch-jüdische Exilliteratur. So erschienen bereits damals Werke, die die Verfolgung und Vertreibung deutscher Juden aus deren Perspektive analysieren und kommentieren. Das Exil wurde sowohl Lebens- und Überlebensform, eine bittere Erfahrung der Heimatlosigkeit zwar, aber auch eine neue Quelle literarischer Ausdrucksmöglichkeiten für die Ausgeschlossenen. Die Identifikation mit der jüdischen Herkunft und die Darstellung jüdischer Realität und Proble-matik erfolgte nicht mehr unter dem Aspekt der Rücksicht auf Integration in Staat und Gesell-schaft. Diese Konventionen und gesellschaftlichen Zwänge waren für die Exilierten nicht länger von Bedeutung, da sie von existenziellen Sorgen und der sorgenvollen Teilnahme am gefährdeten Leben der Zurückgebliebenen verdrängt wurden.Deren Verfolgung und Vernichtung wurden nunmehr zum Thema, das sich in den Werken der Exi¬lierten widerspiegelte. Trotz einzelner Differenzen ging es ihnen vorrangig darum, die politische und soziale Lage der Juden im Allgemeinen und derjenigen im Exil im Besonderen darzustellen.So entstanden in diesen Jahren viele Werke von hohem Rang, die heute noch weltweite Aner¬ken-nung genießen: Hermann Broch: Der Tod des Vergil (1945), Alfred Döblin: Das Land ohne Tod (1937-1948), Lion Feuchtwanger: Die Söhne (1935), der Falsche Nero (1936), Exil (1944), Bruno Frank: Cervantes (1934), Klaus Mann: Der Vulkan (1939), Der Wendepunkt (1942), Anna Seghers: Das siebte Kreuz (1942) und Transit (1944), Franz Werfel: Der veruntreute Himmel (1939) und das Lied von Bernadette (1941), Carl Zuckmayer: Des Teufels General (1946), Arnold Zweig: Erziehung vor Verdun (1935), Stefan Zweig: Die Welt von gestern (1943). Viele der jüdischen Autorinnen und Autoren haben sich zur Zeit der Weimarer Republik im literarischen Leben Deutschlands einen Namen gemacht, doch der heutigen Generation werden sie mehr oder weniger unbekannt sein, da die deutsch-jüdische Dichtung seit 1933 für deutsche Leser verschwunden, ja ausradiert war. Inzwischen sind die Werke fast aller hier vertretenen Autoren wieder erhältlich und das Erstaunliche ist, dass der Grundton fast aller Werke versöhnlich ist. Kaum eine Stimme des Zornes oder Hasses, nein, nur Stimmen des Leidens und der Selbstbesinnung, die durch traumatische Wirklichkeitserfahrungen und zerstörte Lebens-zusammenhänge ausgelöst wurden: eine Aufarbeitung des Erlebten, des schrecklichsten Kapitels unserer jüngeren Geschichte, die in ihrer geheimen Trauer beispiellos ist.Jüdische Philosophen, Literaten, Wissenschaftler und Politiker trugen zur Entwicklung eines geistig hochstehenden und demokratischen Deutschlands bei. Viele ließen sich taufen, weil sie so sehr – manche vielleicht allzu sehr – dazugehören wollten und auch die Hoffnung hegten, dadurch bürgerliche Rechte und Freiheiten zu erlangen.Viele der hier Vorgestellten begreifen sich nicht als deutsch-jüdische Autorinnen oder Autoren, sondern als solche deutscher Sprache und in diesem Sinne unzweideutig als Deutsche. Sie hätten es sicherlich vorgezogen, ganz einfach als Dichter, Schriftsteller oder mit ihrem gelernten Beruf genannt zu werden. Die Erwähnung ihres religiösen Hintergrunds bzw. ihrer religiösen Herkunft ist mir aber Verpflichtung, um das Besondere und Gemeinsame im Leben der Vorgestellten hervorzuheben, zumal ich nach Abschluss meiner Recherchen davon überzeugt bin, dass die Mehrzahl der Autorinnen und Autoren sich zu ihrer Religion bekannte und stolz auf sie war. Jedoch gibt es auch andere, die sich vom Judentum lossagten, konvertierten oder sich als glaubenslos bezeichneten. Zu allen Zeiten jedoch war für Juden – wie sonst für keine Angehörigen einer anderen Gemeinschaft – die Geschichte ihres, des jüdischen, Volkes auch ihr persönliches Schick¬sal. Nie war für sie eine völlige Trennung vom Judentum möglich, da sich der Begriff „Jude“ spätestens seit 1933 längst nicht mehr nur auf einen persönlichen Glauben bezog. Durch die Verknüpfung mit dem nationalsozialistischen Rassengedanken wurde eine Trennung vom Judentum unmöglich und eine Gemeinschaft meist unwillentlich Leidender geformt, die vielmehr noch im gemeinsamen Leiden als im gemeinsamen Glauben verbunden waren.Trotzdem wurde der Übertritt zum Christentum zum Thema im deutsch-jüdischen Leben. Die Motive wech¬selten von Person zu Person und im Laufe der Zeit. Heinrich Heine konvertierte 1825, weil der Taufschein das „Entreebillett zur europäischen Kultur“ war. Kurt Tucholsky, der 1914 aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten war, äußert sich zu dieser Thematik: „Ich bin im Jahre 1911 aus dem Judentum ausgetreten (.) und weiß, dass man das gar nicht kann.“ (Aus: Brief vom 15.12.1935 an Arnold Zweig. In: Tucholsky, Kurt: Ausgewählte Briefe 1913-1935. Gesammelte Werke, S. 205)Ganz gleich, wie sich die Dargestellten in Glaubensfragen entschieden: Ihre Prägung durch die jüdische Religion, ihre Lebensumstände, ihre von Ausgrenzungen, von Verfolgung und Vernichtung geprägte Rolle in der Gesellschaft und ihre individuelle Identitätsproblematik waren aus-schlaggebend für ihr Werk und haben ihre Biografie geprägt. In den Vorarbeiten zu dieser Anthologie war die Auslese der Gedichte eines der schwierigsten Probleme. Anfangs doppelten Umfangs, musste um der Überschaubarkeit willen eine Zurückführung auf eine weniger umfangreiche Auswahl gelingen. Ich habe mich bemüht, mit ca. 1.200 Werkproben eine Auslese zu treffen, die, so hoffe ich, durch ihre Überschaubarkeit dem Leser einen raschen Eindruck verschafft und ihm trotzdem nichts Wesentliches vom Gesamtwerk des Einzelnen vorenthält. Dass trotz aller Sorgfalt diese Anthologie nicht vollständig ist und die Auswahl subjektive Züge trägt, scheint mir unvermeidlich zu sein.Auch die bibliografischen Angaben sind teilweise unvollständig, weil in einigen Fällen das Veröf-fentlichungsjahr in den einzelnen Werken nicht angegeben ist und auch nicht zu ermitteln war, und weil in den Fällen, in denen mehr als zwei Auflagen vorliegen, nicht das Jahr jeder Auflage angeführt werden kann.Mit der vorgelegten Sammlung verbinde ich keine ausschließlich ästhetische Intention. Sie ist mehr als der übliche Gedichtband für Lyrikbegeisterte, sondern ein Buch, welches ein kulturpolitisches Ziel verfolgt: Lebendige jüdische Gesinnung aufzuzeigen, denn das humanistische Erbe, das die Juden zu schaffen halfen, gilt es zu bewahren. Nicht nur für heute, sondern für immer.Da ich Historiker und kein Literaturwissenschaftler bin, versteht es sich von selbst, dass die¬ses Erinnerungsbuch kein umfassendes Bild ergibt, sicherlich auch ergänzungsbedürftig ist. Auch strebe ich weder stilistische Eleganz noch ein literarisches Urteil an.Ich würde mich freuen, wenn die Leserin oder der Leser einen literarischen Spaziergang durch die hier vorgestellten Gedichte und die jeweiligen Biografien unternähme und so vielleicht eine Anregung erhielte, sich näher mit einzelnen Autorinnen und Autoren und deren Gesamtwerk auseinanderzusetzen, um schließlich den Reichtum der jüdisch-deutschsprachigen Literatur zu erkennen. Beim Lesen der Gedichte spürt man die teils dramatischen Veränderungen, die die jeweiligen Herkunftsländer, beson¬ders Deutschland, in diesem Zeitraum durchlebten. So ist diese Anthologie auch ein Kompendium von Gedichten, die teils als Seismografen nachfolgender historischer Ereignisse wirkten und die diese in der gedrängten Kürze poetischer Sprache um so eindringlicher erscheinen lassen.Das Buch wird aus meiner Sicht dann seinen Zweck erfüllt haben, wenn es die Leser dazu anregt, sich weiterhin mit Werken von jüdischen Autorinnen und Autoren und dem Thema des ganzen Buches – dem deutsch-jüdischen Schicksal – zu beschäftigen.Denn mein Traum war, ist und bleibt: ein deutsch-jüdischer Austausch von Gedanken und Ideen, der über ein bloßes Zusammenleben weit hinausgeht.

Anbieter: Dodax
Stand: 10.08.2020
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Sozialstaat am Scheideweg
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EinführungI. Enttabuisierung und Rationalität in öffentlichen Diskursen.Voraussetzungen für sozialpolitische Strukturreformen1. Tabus in der öffentlichen Meinung2. Forderung der politischen Korrektheit3. Druck der veröffentlichten Meinung und rationaler Diskurs4. Nation und Leitkultur5. Leistungsschwächen in der Bundesrepublik Deutschland6. Sozialer Wandel und demographischer Diskurs7. Bevölkerung und Bevölkerungspolitik8. Lebensformen9. Innere Einheit und Ostdeutschland10. Politische Korrektheit für Minderheiten und Randständige11. Erörterung der Frage der Zuwanderung12. Globalisierungsdiskurs13. ErgebnisII. Neue Kultur des Sozialstaats.Prinzipien und Leitbilder gegen Reformstau1. Eigenverantwortung in solidarischer Ordnung2. Bürgergesellschaft als umfassendes Leitbild politischer Gestaltung3. Gerechtigkeit zwischen den Generationen4. Entstaatlichung, Deregulierung und Flexibilisierung5. Entfaltung der Humanressourcen6. Gestaltungsprinzip der Prävention7. Integration von Randgruppen und Hilfen für sozial SchwacheIII. Gegenwärtige Reformpolitik und notwendige Entscheidungen.Grundlegender Wandel sozialpolitischer Gestaltung1. Erneuerung der gesetzlichen Krankenversicherung2. Umgestaltung der gesetzlichen Rentenversicherung3. Neuordnung der gesetzlichen Pflegeversicherung4. Reform der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung und der Arbeitslosen- und Sozial-hilfeIV. Durchsetzung von Reformen durch Eliten.Verbesserung der Strategien und institutionellen Rahmenbedingungen1. Leistung der Eliten2. Abbau von Besitzständen3. Perspektiven und Argumente für ReformenV. Gefährdung der Demokratie?Demokratische Tradition und Zusammenhalt des GemeinwesensAnmerkungenHeute wird man nicht umhin kommen, festzustellen, dass das gesamte politische System in Deutschland bezüglich grundlegender struktureller Reformen in der Vergangenheit weitgehend versagt hat, vor allem bei der Erneuerung des Sozialstaats, aber auch in vielen anderen Fel-dern wie Wirtschaft, Bildung, Forschung usf. Es ist heute zu einem großen Problemstau gekommen, der vor dem Hintergrund gewachsener Einstellungen, Verhaltensweisen und institutioneller Regelungen von den politischen Akteuren nur mit großen Schwierigkeiten abzubauen ist, vor allem, was die Begründung, Durchsetzung und Akzeptanz sozialpolitischer Innovationen angeht. Es fällt insbesondere schwer, die Reformen als unabdingbare Veränderungen plausibel zu machen und bei der Bevölkerung den Eindruck zu erwecken, dass die Umgestaltung des Sozialstaats auch als Chance zu begreifen ist. Welche kollosalen Meinungskämpfe die Strukturreformer gegen jene, die eine kurzatmige, kurzfristige und nur partielle Reformen ins Auge fassende Politik betrieben haben, heute bestreiten müssen, zeigen die doch recht zurückhaltenden Reformen bzw. Reformansätze von Ex-Bundeskanzler Schröder und die hiergegen mobilisierten Widerstände der Gewerkschaften und in der eigenen Partei, aber auch die Auseinanderset-zungen in den Unionsparteien um die Zukunftsplanung des Sozialen. Protagonisten des „alten“ Sozialstaats wehren sich mit Verve gegen grundlegende Reformvorschläge und -beschlüsse der eigenen Parteien, einige sehen gar durch solche Erneuerungsansätze ihr Lebenswerk zerstört. Entsprechend fallen die Verurteilungen der Umgestalter mit ihrer Einordnung in die feindliche Gruppe der sog. Neoliberalen recht unversöhnlich aus. Viele Kritiker der Vergangenheit meinen allerdings, dass die Geschichte des Sozialstaats in der Bundesrepublik Deutschland aus heutiger Sicht betrachtet nicht mehr einfach als Erfolgsgeschichte beschrieben werden kann, sondern auch und vor allem als Geschichte von Fehlentwicklungen und politischen Versäumnissen, die nunmehr die zentralen Bauelemente sozialstaatlicher Ordnung gefährden und Risiken wie Krise oder Niedergang heraufbeschwören. Weitgehende Reformunwilligkeit, aber auch große Fehlentscheidungen haben zur heutigen prekären Situation geführt: Als Stichworte seien nur genannt die Gestaltung der inneren Einheit in Deutschland, die horrende Staatsverschuldung, die Organisation der Pflegeversicherung im Umlageverfahren, die staatlich geschaf-fenen Möglichkeiten zur Frühverrentung mit riesigen Kosten für die sozialen Systeme, der Verzicht auf eine frühzeitig eingeführte staatlich geförderte kapitalgedeckte Eigenvorsorge fürs Alter, die hohen gesetzlichen Sozialabgaben und Belastungen des Faktors Arbeit, die großen Inflexibilitäten in Wirtschaft und Arbeitswelt und die Defizite in Bildung, Ausbildung, Wissenschaft und Forschung. Reformen müssen sich heute auf Herausforderungen in fast allen Bereichen politischer Gestaltung beziehen, und sie dürfen nicht nur kleinere Reparaturen und Anpassungen beinhalten, sondern grundlegenden strukturellen Wandel, mit allen Konsequenzen für die Politikgestaltung, ihre Durchsetzung und Begründung gegenüber der Bevölkerung. REZENSION Fundamentalkritik am demokratischen System könnte zu vorrevolutionären Zuständen führen Von Ansgar Lange Bonn/Grafschaft – Die Zweifel wachsen, ob der deutsche Sozialstaat auch in Zukunft funktionsfähig bleiben wird. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf unser politisches System haben, denn Demokratie und soziale Marktwirtschaft sind in der Bundesrepublik seit je „siamesische Zwillinge“. Zuletzt beförderte der hysterische Demographie-Thriller „2030 – Aufstand der Alten“ die Befürchtung, bestimmte negative Entwicklungen seien unausweichlich undvon den Politikern nicht steuerbar. „Diese Meinung, die von Demokraten betriebene Politik sei generell in hohem Grade unfähig, kann unter der Voraussetzung sich weiter entwickelnder Enttäuschungen und Ängste zu grundlegender Demokratiefeindlichkeit führen“, schreibt Detlef Grieswelle in seinem Buch „Sozialstaat am Scheideweg“. Die „Lust am Untergang“ sei in Deutschland weit verbreitet. Die linken Revoluzzer in den 60er Jahren erweckten den Eindruck, in diesem Staate ginge alles den Bach hinunter. Kassandra wurde anschließend zum Symbol für linken Alarmismus und Moralismus. Selbstverständlich war die Bundesrepublik vor 20, 30 oder 40 Jahren weit davon entfernt, ein Paradies zu sein. Doch an die Stelle eines rationalen Diskurses traten häufig Emotionalisierung und Moralisierung in Form der Krisen- und Katastrophenbeschwörung. Ironisch erklärten die beiden Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch 2006 zum „Jahr der ausgebliebenen Katastrophen“. Denn die Lust am Beschwören des Weltuntergangs in Form von Umweltzerstörung, Kriegen, Vogelgrippen und anderen Katastrophen hat bis heute nicht abgenommen. Die allermeisten Katastrophen sind zum Glück aber auch nicht eingetroffen. Auch heute noch bestimmten Krisen-, Niedergangs- und Katastrophenmetaphern in nicht geringem Maße die intellektuellen Debatten unter Schriftstellern, Wissenschaftlern und Journalisten. Dabei stünden nicht mehr die so genannten Großrisiken, die die Fortexistenz der ganzen Welt in Frage stellten, im Zentrum, „sondern der Blick richtet sich auf zahlreiche Trends des Niedergangs in der Bundesrepublik Deutschland und hier auf defizitäre Entwicklungen vor allem in den sozio-ökonomischen Sektoren wie Wirtschaft, Arbeitswelt, soziale Sicherung, Bildung, Wissenschaft und Technik“. Der Glaube an politische Alternativen durch Wahl und Machtwechsel sei gering, bestenfalls erhoffe man sich ein besseres Handling. Pessimismus legt sich wie Mehltau auf das Land: Viele Rentner, Arbeitnehmer, mittelständische Selbständige und jungen Menschen werden von Zukunftsängsten erfasst. Grieswelle warnt: „Für die Bürger der Bundesrepublik bedeutet dies, dass jener Staat, den sie als Sozialstaat bejaht haben, nunmehr Gefahr läuft, als Gefahrenquelle abgelehnt zu werden.(.)Ein heutiger Nostradamus würde höchstwahrscheinlich für die Beschreibung der Zukunft der Bundesrepublik Deutschland in Metaphern der Dekadenz Prophezeiungen machen, aber die wesentlichen Aporien und Gravamina können durch pragmatische politische Vernunft bewältigt werden, es bedarf nicht eines apokalyptischen Niedergangs, damit der Phönix sich aus der Asche erheben kann.“ Wie könnte unser Gemeinwesen aber wieder zu neuer Reformlust finden? Dazu brauchen wir – so der Autor – einen Konsens der Gesellschaft in vielen Grundfragen. Grieswelle nennt Beispiele: die Wiederentdeckung und Hochschätzung der Familie als grundlegender Lebensform der Gesellschaft, Eindämmung der Tendenzen zur Ego-Gesellschaft, stärkere Gewichtung von Leistung, Eigeninitiative und Selbständigkeit gegenüber Versorgung, sozialer Verteilung und Betreuung, zunehmende Skepsis gegenüber der Allmacht und Allzuständigkeit des Staates, stärkeres Bewusstsein für soziale Identitäten wie Heimat, Region, Nation als gemeinschaftsstiftende Kräfte, wachsende Bedeutung von Religion und Kirche im öffentlichen Diskurs etc. Die Alternative: Wenn das Unbehagen an unserer Gesellschaftsform und Kultur anwachse, könne daraus durchaus eine Fundamentalkritik erwachsen mit daraus resultierenden „großen Legitimationsproblemen des Bestehenden und vorrevolutionären Situationen“. Für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft könnte ganz entscheidend sein, so schließt Grieswelle sein lesenswertes Buch, inwieweit die beschriebenen Konsensressourcen zur Verfügung stehen. Detlef Grieswelle: Sozialstaat am Scheideweg.Notwendigkeit struktureller Reformen. Vektor-Verlag: Grafschaft 2006, 298 Seiten, 28 Euro.

Anbieter: Dodax
Stand: 10.08.2020
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